Wer eine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte nicht erst beim gewünschten Farbton beginnen. Bei einer Terrassenüberdachung aus Holz gehören Konstruktion, Feuchtigkeitsschutz, Vorbereitung, Grundierung und Schlussbeschichtung zusammen.
Besonders bei unbehandeltem Holz stellt sich bereits kurz nach dem Aufbau die Frage: Soll die natürliche Holzstruktur sichtbar bleiben oder soll die Überdachung beispielsweise weiß, grau, anthrazit oder in einem anderen Farbton deckend gestrichen werden?
Davon hängt der weitere Beschichtungsaufbau ab.
Holzschutz-Grund, Isoliergrund, Lasur und Deckfarbe erfüllen unterschiedliche Aufgaben und dürfen nicht einfach miteinander gleichgesetzt werden. Gleichzeitig kann selbst ein hochwertiger Anstrich konstruktive Probleme wie dauerhaft stehendes Wasser, fehlende Entwässerung oder direkten Erdkontakt nicht ausgleichen.
Wer eine neue Überdachung plant, sollte deshalb bereits bei der Terrassenüberdachung planen – 17 starke Tipps berücksichtigen, wie die Holzkonstruktion später geschützt und gepflegt werden soll.
1. Terrassenüberdachung streichen beginnt mit dem konstruktiven Holzschutz
Bevor Sie eine Terrassenüberdachung streichen, sollte zuerst die Konstruktion selbst betrachtet werden.
Das Umweltbundesamt weist beim Holzschutz darauf hin, dass konstruktive Maßnahmen grundsätzlich eine wichtige Rolle spielen und gegenüber unnötigem chemischem Holzschutz bevorzugt werden sollten. Dazu gehören unter anderem ein ausreichender Abstand zu feuchten Bereichen sowie konstruktive Lösungen, die Holz vor dauerhafter Feuchtigkeit schützen. Umweltbundesamt
Bei einer Terrassenüberdachung betrifft das beispielsweise:
- Fundamente und Pfostenträger
- Abstand des Holzes zum Boden
- Dachüberstände
- Dachneigung
- Dachrinne und Fallrohr
- Wandanschluss
- Schutz vor Spritzwasser
- Möglichkeiten zum Abtrocknen
Wie Fundamente und Pfostenpositionen richtig vorbereitet werden, erklären wir ausführlich unter Terrassenüberdachung Fundament – 21 ultimative Tipps für einen sicheren Aufbau.
Eine Farbe ist kein Ersatz für eine funktionierende Konstruktion.
2. Zustand des Holzes vor dem Streichen prüfen
Wer eine bestehende Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte zuerst feststellen, womit er überhaupt arbeitet.
Prüfen Sie:
- Ist das Holz unbehandelt?
- Ist es werkseitig behandelt?
- Befindet sich bereits eine Lasur darauf?
- Wurde die Konstruktion deckend gestrichen?
- Gibt es lose Beschichtungen?
- Ist das Holz vergraut?
- Sind dunkle oder fleckige Stellen vorhanden?
- Gibt es Risse?
- Sind Schnittkanten ungeschützt?
- Sind Feuchtigkeitsschäden erkennbar?
Eine neue Konstruktion aus unbehandeltem KVH benötigt möglicherweise einen völlig anderen Aufbau als eine zehn Jahre alte Terrassenüberdachung mit verwittertem Altanstrich.
Deshalb gilt: Erst den Untergrund bestimmen, anschließend das Beschichtungssystem auswählen.
3. Holz vor dem Anstrich richtig vorbereiten
Eine verschmutzte oder nicht tragfähige Oberfläche ist keine gute Grundlage für einen neuen Anstrich.
Bevor Sie die Terrassenüberdachung streichen, müssen Staub, Schmutz und lose Bestandteile entfernt werden. Bei einem Altanstrich muss zusätzlich geprüft werden, ob dieser noch ausreichend tragfähig und mit dem vorgesehenen neuen Produkt kompatibel ist.
Abblätternde Beschichtungen einfach zu überstreichen, löst das eigentliche Problem nicht.
Auch deutlich feuchtes Holz sollte nicht einfach beschichtet werden. Die jeweiligen Anforderungen des verwendeten Beschichtungssystems an Untergrund, Verarbeitungstemperatur und Trocknung müssen beachtet werden.
4. Vergrautes Holz vor der Renovierung behandeln
Eine ältere Holzüberdachung kann durch Witterung deutlich vergrauen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Konstruktion ersetzt werden muss. Vor einer neuen Oberflächenbehandlung sollte aber geklärt werden, wie stark die Oberfläche bereits verwittert ist.
Für entsprechende Außenholzflächen führen wir beispielsweise den Holz-Entgrauer.
Das Produkt ist laut Produktbeschreibung für die Reinigung und Aufhellung verwitterter Holzoberflächen im Außenbereich vorgesehen. Baustoff Ambrosius
Wer eine ältere Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte die Vorbereitung deshalb genauso ernst nehmen wie den später sichtbaren Anstrich.
5. Holzschutz-Grund richtig einsetzen
Bei geeignetem unbehandeltem Außenholz kann ein Holzschutz-Grund Bestandteil des vorgesehenen Beschichtungsaufbaus sein.

Im Sortiment von Baustoff Ambrosius finden Sie dafür beispielsweise Remmers Holzschutz-Grund Farblos.
Das Produkt ist für Holz im Außenbereich vorgesehen und kann laut Produktbeschreibung als Vorbehandlung unter lasierenden, deckenden und geölten Anstrichen eingesetzt werden. Genannt werden unter anderem nicht maßhaltige Außenbauteile wie Carports und Holzverschalungen. Baustoff Ambrosius
Wer seine Terrassenüberdachung streichen möchte, darf Holzschutz-Grund allerdings nicht automatisch mit der fertigen sichtbaren Beschichtung verwechseln.
Je nach gewähltem System folgen weitere Beschichtungen.
6. Holzschutz-Grund und Isoliergrund unterscheiden
Dieser Unterschied ist besonders wichtig.
Ein Holzschutz-Grund kann – abhängig vom Produkt und Anwendungsfall – Teil der vorbeugenden Behandlung und Grundierung von Außenholz sein.
Ein Isoliergrund erfüllt dagegen eine andere Aufgabe.
Holz enthält natürliche Inhaltsstoffe. Bei bestimmten Holzarten und insbesondere bei hellen deckenden Beschichtungen können solche Inhaltsstoffe zu sichtbaren Verfärbungen führen.
Ein dafür vorgesehener Isoliergrund kann das Durchschlagen entsprechender Holzinhaltsstoffe reduzieren. Auch das Umweltbundesamt führt Holz-Isoliergrund bei der Vorbehandlung auf und weist darauf hin, dass dieser insbesondere bei Holzarten mit verfärbenden Inhaltsstoffen relevant sein kann. Umweltbundesamt
Wer seine Terrassenüberdachung streichen und beispielsweise Weiß oder einen sehr hellen Farbton verwenden möchte, sollte deshalb besonders genau prüfen, welchen Systemaufbau der Hersteller dafür vorsieht.
7. Terrassenüberdachung mit Lasur behandeln
Viele Kunden entscheiden sich bewusst für eine Holzkonstruktion, weil sie die natürliche Holzoptik erhalten möchten.
Dann kann eine Lasur interessant sein.
Im Baustoff-Ambrosius-Shop führen wir beispielsweise die HK-Lasur 10–20 Liter.
Sie wird für Holz im Außenbereich angeboten und ist in zahlreichen Farbtönen erhältlich. Die Produktbeschreibung nennt sie als 3-in-1-Lösung aus Imprägnierung, Grundierung und Lasur. Wichtig ist allerdings, den angegebenen Anwendungsbereich und die Verarbeitungshinweise des Produkts genau zu beachten. Baustoff Ambrosius
Eine Lasur kann beispielsweise interessant sein, wenn Pfosten, Träger und Sparren weiterhin sichtbar nach Holz aussehen sollen.
8. Lasur ist nicht gleich farblos
Wer eine Terrassenüberdachung streichen und dabei möglichst viel von der ursprünglichen Holzoptik erhalten möchte, greift häufig automatisch zu einem sehr hellen oder farblosen Produkt.
Dabei muss die gewünschte Optik von der technischen Eignung getrennt betrachtet werden.
Entscheidend sind unter anderem:
- Holzart
- Witterungsbeanspruchung
- Ausrichtung
- vorhandene Beschichtung
- gewünschter Farbton
- Produktfreigabe
- notwendige Auftragsmenge
- vorgesehene Wartung
Bei der HK-Lasur stehen beispielsweise verschiedene Holz-, Grau- und weitere Farbtöne zur Auswahl. Baustoff Ambrosius
Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein anhand eines kleinen Farbmusters erfolgen.
9. Deckfarbe für eine geschlossene farbliche Gestaltung
Wer die Holzstruktur optisch stärker zurücknehmen möchte, kann seine Terrassenüberdachung streichen und dafür ein geeignetes deckendes Beschichtungssystem verwenden.
Typische Gestaltungswünsche sind beispielsweise:
- Weiß
- Anthrazit
- Grau
- Schwarz
- Grün
- Rot
- Farbtöne passend zu Fenstern und Türen
Eine weiße Holzkonstruktion kann beispielsweise sehr gut zu einem hellen Wohnhaus passen. Anthrazit kann eine Holzüberdachung optisch stärker an moderne Aluminiumkonstruktionen annähern.
Wichtig ist jedoch: Deckfarbe ist nicht einfach irgendeine normale Farbe.
Das Produkt muss für das konkrete Außenholz und den vorgesehenen Beschichtungsaufbau geeignet sein.
10. Bei weißer Deckfarbe Isolierung mitplanen
Besonders bei Weiß und anderen sehr hellen Farbtönen kann die Vorbereitung entscheidend für das spätere Erscheinungsbild sein.
Soll die Terrassenüberdachung streichen zu einer gleichmäßigen hellen Oberfläche führen, muss geprüft werden, ob das verwendete System einen Isoliergrund vorsieht.
Ein typischer Aufbau kann – abhängig von Holz und Hersteller – verschiedene Schritte enthalten:
- Untergrund vorbereiten
- gegebenenfalls Holzschutz-Grund
- gegebenenfalls Isoliergrund
- Zwischenbeschichtung
- Deckfarbe beziehungsweise Schlussbeschichtung
Das ist keine allgemeingültige Rezeptur für jedes Holz. Maßgeblich ist immer das tatsächlich eingesetzte Beschichtungssystem.
Gerade Holzschutz-Grund und Isoliergrund dürfen nicht einfach gegeneinander ausgetauscht werden.
11. Lasur oder Deckfarbe – was ist besser?
Pauschal ist keine der beiden Lösungen immer besser.
Wer eine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte zuerst entscheiden, welche Optik gewünscht wird.

Lasur ist besonders interessant, wenn der natürliche Holzcharakter sichtbar bleiben soll.
Deckfarbe bietet sich an, wenn eine deutlich geschlossenere und stärker farblich bestimmte Oberfläche gewünscht wird.
Auch die spätere Renovierung sollte berücksichtigt werden.
Eine bereits deckend beschichtete Konstruktion wieder vollständig in eine transparente Holzoptik zurückzuführen, kann erheblich aufwendiger sein als eine erneute deckende Renovierung.
Deshalb sollte die Entscheidung möglichst langfristig getroffen werden.
12. KVH und BSH nicht einfach pauschal behandeln
Bei einer Holz-Terrassenüberdachung können je nach Konstruktion KVH oder BSH eingesetzt werden.
Wer eine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte daraus jedoch keine pauschale Beschichtungsanweisung ableiten.
Entscheidend sind unter anderem:
- konkretes Holzprodukt
- Oberflächenzustand
- Holzfeuchte
- vorhandene Behandlung
- gewünschtes Beschichtungssystem
- Herstellerangaben
Für Holzkonstruktionen finden Sie bei Baustoff Ambrosius außerdem KVH – Konstruktionsvollholz.
Welche Unterschiede zwischen einer Holz- und Aluminiumkonstruktion bestehen, behandeln wir ausführlich im Ratgeber Terrassenüberdachung Holz oder Aluminium – 17 wichtige Tipps.
13. Schnittkanten und Stirnholz nicht vergessen
Gerade beim Aufbau einer Holzkonstruktion entstehen neue Schnittflächen.
Sparren werden angepasst, Blenden gekürzt oder andere Holzbauteile zugeschnitten.
Wer anschließend die Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte solche Stellen nicht vergessen.
Schnittkanten und insbesondere Stirnholz können sich anders verhalten als die übrigen Längsflächen des Holzes.
Schwer erreichbare Stellen sollten deshalb bereits während der Terrassenüberdachung Montage – 21 ultimative Tipps für einen sicheren Aufbau berücksichtigt werden.
Je nach Konstruktion und Beschichtungssystem kann es sinnvoll sein, bestimmte Bereiche zu behandeln, bevor sie nach dem vollständigen Aufbau nur noch schwer erreichbar sind.
14. Vor oder nach der Montage streichen?
Diese Frage lässt sich nicht für jede Überdachung identisch beantworten.
Vor der Montage sind einzelne Holzflächen häufig leichter erreichbar. Auch Bereiche, die später dicht an anderen Bauteilen liegen, können einfacher bearbeitet werden.
Nach der Montage besteht dagegen weniger Gefahr, dass bereits fertig behandelte sichtbare Flächen beim Aufbau beschädigt werden.
Bei einem passgenauen beziehungsweise millimetergenau geplanten Bausatz sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die vorgesehenen Verbindungen nicht durch eigenmächtige Veränderungen beeinträchtigt werden.
Je nach Produkt und Hersteller bietet Baustoff Ambrosius entsprechende passgenaue oder individuell geplante Lösungen an.
Wer seine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte Montage und Oberflächenbehandlung deshalb gemeinsam planen.
15. Dach und Entwässerung schützen die Holzkonstruktion
Eine funktionierende Dachfläche gehört zum Holzschutz.
Wenn Wasser dauerhaft an Pfosten, Trägern oder anderen Holzteilen entlangläuft, kann ein Anstrich das konstruktive Problem nicht einfach beseitigen.
Dachneigung, Dachrinne und Fallrohr sollten das Niederschlagswasser kontrolliert ableiten.
Wie das funktioniert, erklären wir ausführlich unter Terrassenüberdachung Entwässerung: 21 ultimative Tipps für Regenwasser und Dachrinne.
Auch unser Ratgeber Terrassenüberdachung Dach richtig planen – 21 ultimative Tipps zeigt, warum Dachsystem und Tragkonstruktion zusammen betrachtet werden müssen.
Wer seine Terrassenüberdachung streichen und langfristig pflegen möchte, sollte deshalb auch die Wasserführung regelmäßig kontrollieren.
16. Verwittertes Holz richtig renovieren
Nicht jede ältere Terrassenüberdachung benötigt sofort eine komplett neue Konstruktion.
Bei verwitterten und fleckigen Holzoberflächen kann zunächst geprüft werden, welcher Renovierungsaufbau möglich ist.
Im Shop führen wir dafür beispielsweise Remmers Renovier-Grund Holz Fichte 2,5 l.
Das Produkt ist laut Beschreibung zur Renovierung und Egalisierung vergrauter beziehungsweise fleckiger Holzoberflächen vorgesehen und kann innen und außen eingesetzt werden. Baustoff Ambrosius
Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Renovier-Grund automatisch unter jeden beliebigen neuen Anstrich gehört.
Auch bei einer Renovierung muss das komplette System zusammenpassen.
17. Altanstriche vor dem Überstreichen prüfen
Wer eine ältere Terrassenüberdachung streichen möchte, kennt möglicherweise nicht einmal das ursprünglich verwendete Produkt.
Dann sollte nicht einfach eine neue Lasur oder Deckfarbe darüber aufgetragen werden.
Vorher muss geklärt werden:
- Ist der Altanstrich tragfähig?
- Blättert er ab?
- Ist er lasierend oder deckend?
- Ist das neue Produkt damit kompatibel?
- Muss geschliffen werden?
- Ist eine Grundierung notwendig?
- Gibt es Feuchtigkeitsschäden unter der Beschichtung?
Besonders problematisch wäre es, lose Altbeschichtungen lediglich mit einem neuen Anstrich zu überdecken.
Eine sorgfältige Vorbereitung spart bei der späteren Renovierung häufig mehr Arbeit, als sie zunächst verursacht.
18. Terrassenüberdachung regelmäßig kontrollieren und pflegen
Mit dem ersten Anstrich ist die Arbeit nicht für immer abgeschlossen.

Wer eine Terrassenüberdachung streichen lässt oder selbst behandelt, sollte die Holzoberflächen anschließend regelmäßig kontrollieren.
Besonders relevant sind:
- stark bewitterte Seiten
- Stirnholz
- Schnittkanten
- Pfostenbereiche
- Übergänge
- Bereiche unter Dachrinnen
- Anschlüsse an das Gebäude
- Stellen mit Spritzwasser
- sichtbare Risse
- abblätternde oder stark verwitterte Beschichtungen
Ein pauschales Renovierungsintervall für jede Terrassenüberdachung wäre unseriös.
Wie häufig eine Nachbehandlung erforderlich ist, hängt unter anderem von Produkt, Farbton, Holz, Konstruktion und Witterungsbeanspruchung ab.
19. Sonnenschutz und Wetterseite beeinflussen die Beanspruchung
Nicht jede Seite einer Terrassenüberdachung altert gleich.
Eine stark der Sonne ausgesetzte Fläche kann anders beansprucht werden als eine geschütztere Seite. Gleichzeitig können Wind und Schlagregen bestimmte Bereiche stärker belasten.
Wer seine Terrassenüberdachung streichen und dauerhaft gepflegt halten möchte, sollte deshalb bei der Kontrolle besonders auf die tatsächlich exponierten Flächen achten.
Wie Regen, Wind, Sonne, Seitenelemente und Dach gemeinsam betrachtet werden, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Terrassenüberdachung Wetterschutz – 21 ultimative Tipps für Regen, Wind und Sonne.
Auch ein geeigneter Terrassenüberdachung Windschutz – 21 ultimative Tipps für mehr Schutz kann bei der Gesamtplanung eine Rolle spielen.
20. Materialbedarf und Kosten vollständig berechnen
Wer eine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte nicht nur den Preis eines Eimers Lasur oder Deckfarbe betrachten.
Zum Projekt können beispielsweise gehören:
- Reinigungsmittel
- Holz-Entgrauer
- Schleifmittel
- Abdeckmaterial
- Holzschutz-Grund
- Isoliergrund
- Lasur
- Deckfarbe
- Pinsel
- Rollen
- Verlängerungen
- Arbeitsgerüst
- weitere Hilfsmittel
- spätere Pflegeprodukte
Bei einer großen Terrassenüberdachung mit vielen Pfosten, Trägern und Sparren entsteht eine erhebliche zu behandelnde Oberfläche.
Der Materialbedarf sollte deshalb anhand des konkreten Produkts und dessen Herstellerangaben berechnet werden.
Die übrigen Kosten einer Überdachung behandeln wir ausführlich unter 21 Preisfaktoren: Terrassenüberdachung Kosten richtig planen.
21. Terrassenüberdachung streichen als Teil des Gesamtprojekts planen
Eine Holzüberdachung sollte nicht erst aufgebaut und anschließend völlig unabhängig davon überlegt werden, wie sie geschützt werden soll.
Wer eine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte bereits bei der Planung festlegen:
- welches Holz eingesetzt wird
- ob es unbehandelt oder vorbehandelt geliefert wird
- welche Optik gewünscht ist
- ob Lasur oder Deckfarbe vorgesehen ist
- ob eine Grundierung erforderlich ist
- ob bei hellen Farbtönen ein Isoliergrund benötigt wird
- welche Flächen vor der Montage behandelt werden müssen
- wie Wasser abgeführt wird
- wie die Konstruktion später kontrolliert und gepflegt wird
Bei individuell geplanten Überdachungen können je nach Produkt und Hersteller auch Sondermaße sowie passgenaue beziehungsweise millimetergenau geplante Bausätze berücksichtigt werden.
Baustoff Ambrosius liefert geeignete Baustoffe und Produkte deutschlandweit. Für geeignete Projekte können außerdem Montageleistungen in Hamburg und Schleswig-Holstein abgestimmt werden.
Terrassenüberdachung streichen: Lasur oder Deckfarbe?
Die Entscheidung ist vor allem eine Frage der gewünschten Optik und des vorgesehenen Beschichtungssystems.
Soll die Maserung des Holzes weiterhin deutlich sichtbar bleiben, ist eine geeignete Lasur häufig die naheliegendere Lösung.
Soll die Konstruktion beispielsweise vollständig weiß, grau oder anthrazit erscheinen, kann ein deckender Aufbau sinnvoller sein.
Dabei muss insbesondere bei hellen Farbtönen geprüft werden, ob das Holz verfärbende Inhaltsstoffe besitzt und ein entsprechender Isolieraufbau erforderlich ist.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht nur nach dem Farbton getroffen werden.
Terrassenüberdachung streichen: Welche Reihenfolge ist richtig?
Eine universelle Reihenfolge für jedes Produkt gibt es nicht.
Grundsätzlich beginnt ein sinnvoller Aufbau aber immer mit der Prüfung und Vorbereitung des Untergrunds.
Danach kann – abhängig vom gewählten System – beispielsweise eine Grundierung erforderlich sein. Bei bestimmten deckenden hellen Aufbauten kann zusätzlich ein geeigneter Isoliergrund vorgesehen sein. Anschließend folgen die vom Hersteller vorgesehenen Zwischen- und Schlussbeschichtungen.
Wer dagegen ein dafür vorgesehenes Kombinationsprodukt verwendet, kann einen anderen Aufbau haben.
Die HK-Lasur wird beispielsweise als 3-in-1-Produkt angeboten. Baustoff Ambrosius
Deshalb haben die konkreten Produkt- und Herstellerangaben immer Vorrang vor einem pauschalen Schema.
Terrassenüberdachung streichen und später nachpflegen
Eine regelmäßige Sichtkontrolle ist sinnvoller, als auf ein starres Jahresintervall zu vertrauen.
Sobald Beschichtungen deutlich verwittern, Risse entstehen oder einzelne Bereiche auffällig werden, sollte geprüft werden, ob eine Pflege oder Renovierung notwendig ist.
Besonders Wetterseiten können früher betroffen sein als geschützte Bereiche.
Auch Dachrinne, Fallrohr und Wandanschluss sollten kontrolliert werden. Läuft Wasser dauerhaft über Holzteile, sollte nicht einfach nur neu gestrichen, sondern zuerst die Ursache behoben werden.
Häufige Fehler beim Terrassenüberdachung streichen
Viele Probleme lassen sich bereits bei der Planung vermeiden.
Typische Fehler sind:
- feuchtes Holz beschichten
- verschmutzte Flächen überstreichen
- lose Altanstriche nicht entfernen
- Holzschutz-Grund und Schlussanstrich verwechseln
- Holzschutz-Grund und Isoliergrund gleichsetzen
- nicht kompatible Produkte kombinieren
- Herstellerangaben ignorieren
- Schnittkanten vergessen
- Stirnholz nicht berücksichtigen
- Feuchtigkeitsprobleme lediglich überstreichen
- Entwässerung nicht kontrollieren
- bei hellen Deckfarben Holzinhaltsstoffe nicht berücksichtigen
- Wartung erst beginnen, wenn große Schäden sichtbar sind
Wer eine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte deshalb immer das gesamte System betrachten.
Häufige Fragen zur Holzpflege
Muss eine neue Holz-Terrassenüberdachung sofort gestrichen werden?
Das hängt vom gelieferten Holz, einer vorhandenen werkseitigen Behandlung und den Vorgaben des Herstellers ab. Unbehandeltes Holz und bereits beschichtete Bauteile dürfen nicht automatisch gleich behandelt werden.
Brauche ich Holzschutz-Grund?
Nicht bei jeder Konstruktion ist automatisch derselbe Grundierungsaufbau erforderlich. Bei geeigneten Anwendungen kann beispielsweise Remmers Holzschutz-Grund Farblos als Vorbehandlung eingesetzt werden. Maßgeblich bleiben Produkt und vorgesehener Gesamtaufbau. Baustoff Ambrosius
Wann brauche ich Isoliergrund?
Ein geeigneter Isoliergrund kann insbesondere bei Holzarten mit verfärbenden Inhaltsstoffen und hellen deckenden Beschichtungen relevant sein. Er erfüllt damit eine andere Aufgabe als ein klassischer Holzschutz-Grund. Umweltbundesamt
Soll ich die Terrassenüberdachung lasieren oder deckend streichen?
Soll die Holzstruktur sichtbar bleiben, kann eine Lasur interessant sein. Für eine weitgehend geschlossene farbliche Oberfläche kommt ein geeignetes deckendes Beschichtungssystem infrage.
Kann ich eine alte Lasur einfach überstreichen?
Das hängt vom Zustand der vorhandenen Beschichtung und von der Kompatibilität des neuen Produkts ab. Der Altanstrich sollte vor einer Renovierung geprüft und entsprechend vorbereitet werden.
Wie oft muss eine Terrassenüberdachung nachgestrichen werden?
Dafür gibt es kein seriöses einheitliches Intervall. Produkt, Farbton, Witterung, Konstruktion und Ausrichtung beeinflussen den Pflegebedarf. Regelmäßige Sichtkontrollen sind deshalb wichtig.
Kann verwittertes Holz wieder aufgearbeitet werden?
Je nach Zustand kann eine Renovierung möglich sein. Für verwitterte Oberflächen befinden sich beispielsweise der Holz-Entgrauer und Remmers Renovier-Grund Holz Fichte im Sortiment. Die konkrete Eignung muss zum jeweiligen Untergrund und weiteren Beschichtungsaufbau passen. Baustoff Ambrosius
Fazit: Terrassenüberdachung streichen und Holz langfristig pflegen
Wer eine Terrassenüberdachung streichen möchte, sollte nicht einfach mit Lasur oder Farbe beginnen.
Zuerst werden Konstruktion und Holzoberfläche geprüft. Danach wird entschieden, welcher Beschichtungsaufbau tatsächlich benötigt wird.
Je nach Projekt können dazu gehören:
- Reinigung und Vorbereitung
- Holz-Entgrauer
- Holzschutz-Grund
- Isoliergrund
- Lasur
- Deckfarbe
- Renovier-Grund
- regelmäßige Pflege
Mit Remmers Holzschutz-Grund Farblos, der HK-Lasur, Remmers Renovier-Grund Holz Fichte und dem Holz-Entgrauer befinden sich bereits passende Produkte für unterschiedliche Arbeitsschritte im Sortiment. Baustoff Ambrosius
Entscheidend bleibt gleichzeitig der konstruktive Holzschutz. Fundament, Abstand zum Boden, Dach, Dachrinne, Entwässerung und Oberflächenbehandlung müssen zusammenarbeiten.
Das Umweltbundesamt stellt dazu weitere Informationen zum konstruktiven und vorbeugenden Holzschutz bereit. Umweltbundesamt
Wer seine Terrassenüberdachung streichen, regelmäßig kontrollieren und kleinere Schäden rechtzeitig behandeln möchte, schafft damit gute Voraussetzungen dafür, dass eine Holzüberdachung langfristig gepflegt und optisch ansprechend bleibt.
Externe Quelle im Beitrag: Umweltbundesamt – Holzschutzmittel